Zur Verantwortung gezogen

Anfang Juli 2014 klagten etwa 60 Teilnehmer eines europäischen Jugendcamps über heftige Magen-Darm Probleme. Sie lösten damit einen Großeinssatz des Rettungsdienstes und der Polizei in der Ulmer Jugendherberge aus. 15 Jugendliche mußten für einige Tage ins Krankenhaus eingeliefert werden. Ein Labor fand im Putengeschnetzelten, das die betroffenen 16- bis 18-jährigen zuvor gegessen hatten, hohe Konzentrationen des giftigen Bakteriums Clostridium perfringens.

Das Putenfleisch soll bereits drei Tage vor Verzehr aufgetaut und zubereitet worden sein. Anschließend wurde das „Fertiggericht“ nur kühl gestellt und so konnte sich das Bakterium stark vermehren. Zwingend notwendig und vorgeschrieben ist in der Gastronomie eine Schnellkühlung (cook and chill); die notwendigen Geräte dafür waren in der Jugendherberge aber gar nicht vorhanden!

Die Staatsanwaltschaft hat gegen die beiden Herbergseltern Anklage erhoben. Ihnen werden fahrlässige Körperverletzung in 51 Fällen sowie fahrlässige Verstöße gegen das Lebensmittelgesetz vorgeworfen.

Quelle: Südwest Presse vom 6. Oktober 2014