Viertes Todesopfer nach Legionellen-Ausbruch

In der spanischen Kleinstadt Manzanares (Provinz Ciudad Real, Region Kastilien La Mancha) kam es am 11. Dezember 2015 zu einem Legionellen-Ausbruch. Die Informationsplattform eldiario.es berichtete am 6. Januar 2016 von insgesamt 237 registrierten Infektionsfällen und einem vierten Todesopfer, ein 80 jähriger multimorbider Mann. Auch die anderen drei Opfer waren betagte Menschen von 73, 84 und 93 Jahren. Es dauerte gut zwei Wochen bis die Behörden nach umfangreichen Untersuchungen von mehr als hundert Objekten zwei stark mit Legionellen belastete Emissionsquellen identifiziert hatten: einen Zierbrunnen in der Nähe einer Bushaltestelle und einen Kühlturm in einem nahen Industriegebiet. Nach dem derzeitigen Stand der gentechnischen Untersuchungen zur Typisierung der Legionellen war der Brunnen die Infektionsquelle.

Legionellen sind stäbchenförmige gramnegative Bakterien, die in geringer Konzentration natürlich im Wasser vorkommen. In Trinkwasser-Installationssystemen und anderen technischen Einrichtungen treffen sie auf günstige Bedingungen (Wärme, Ablagerungen und Biofilm) und können sich stark vermehren. Werden Legionellen mit dem Wasser nur getrunken, lösen sie keine Erkrankung aus. Erreichen sie aber mit feinen Wassertröpfchen (Aerosole) beim Einatmen das Innere der Lunge, können sie eine Lungenentzündung hervorrufen, die bei immungeschwächten Menschen oft tödlich enden kann. Aerosole entstehen beim Duschen, in Klimaanlagen und Rückkühlwerken, Warmsprudelbecken, Luftbefeuchtern oder Springbrunnen.