Clostridium difficile auf dem Vormarsch

Clostridium difficile ist der vierthäufigste Erreger von Krankenhaus-assoziierten (nosokomialen) Infektionen und liegt damit vor MRSA. Die Übertragung erfolgt fäkal-oral über Hände, Flächen und Gegenstände (z.B. Toiletten, Thermometer). Die weitverbreiteten alkoholischen Desinfektionsmittel sind gegen die Dauerstadien (Sporen) von Clostridien unwirksam. So können die Sporen bis zu fünf Monaten überleben. Um eine Verbreitung von Clostridium difficile im Krankenhaus zu verhindern, sind Händehygiene, Einzelzimmer und der patientenbezogene Einsatz von Untersuchungsgeräten und Pflegeartikeln wirksame Maßnahmen.

Quelle: Dr. Stefan Knapp, 9. Mainzer Hygiene- und Infektiologie-Tag, 7.11.2014, Mainz

Clostridien sind sporenbildende grampositive Stäbchenbakterien, die obligat anaerob leben und Kohlehydrate als Nahrungsquelle nutzen. Unter den Clostridien gibt es lebensgefährliche Erreger (Gasbrand, Tetanus, Botulismus). Clostridium difficile kann sich nach einer Therapie mit Antibiotika (die Konkurrenten abräumt) stark vermehren und schwere Dickdarmentzündungen hervorrufen.